Donauausbau zwischen Schwarzachmündung-Deggendorf Slider

Neue Tiefe für Europas Wasserstraße

 

16. Juni 2026 | Moritz Glück

Felbermayr-Tochter Domarin setzt den Donauausbau zwischen der Schwarzachmündung und Deggendorf fort. Im zweiten Bauabschnitt des Großprojekts „Ausbau der Wasserstraßen und Verbesserung des Hochwasserschutzes Straubing–Vilshofen, Teilabschnitt 1: Straubing-Deggendorf“ entstehen bis 2027 auf rund zehn Kilometern Länge neue Regelungsbauwerke, Flussinseln und ökologische Uferstrukturen. Parallel dazu erfolgt eine Vertiefung der Fahrrinne. Ziel ist es in diesem freifließenden Donauabschnitt die Verbesserung der Schifffahrtsverhältnisse, die Erhöhung der Verkehrssicherheit und die nachhaltige Weiterentwicklung einer der wichtigsten Wasserstraßen Europas.

Seit 2021 gestalten Domarin und der Felbermayr-Wasserbau die Zukunft der Donau aktiv mit. Im ersten Bauabschnitt des Wasserstraßenausbaus wurden bis 2025 zwischen Straubing und Bogen umfangreiche Arbeiten zur Fahrrinnenvertiefung, Ufergestaltung und ökologischen Aufwertung umgesetzt. Nun wandert die Baustelle stromabwärts weiter Richtung Deggendorf. Der zweite Bauabschnitt reicht von der Schwarzachmündung bei Donaukilometer 2293,5 bis zum Donauhafen Deggendorf bei Donaukilometer 2283,8 und bildet den nächsten Meilenstein des Donauausbaus zwischen Straubing und Vilshofen.

Fahrrinnentiefe für mehr Kapazität
Herzstück der Arbeiten ist die Vertiefung der Fahrrinne, um künftig bei Regulierungsniedrigwasser eine Erhöhung der Abladetiefe um mindestens 20 Zenti¬meter auf dann 1,80 Meter zu erreichen. Rund 85.000 Kubikmeter Flusskies werden dafür bewegt. Hinzu kommen etwa 120.000 Kubikmeter Nassbaggerarbeiten in diversen Uferbereichen.

Was auf den ersten Blick möglicherweise gering erscheint, bringt der Schifffahrt spürbare Vorteile. Künftig können Schiffe auf der europäischen Wasserstraßenachse zwischen Nordsee und Schwarzem Meer bis zu 200 Tonnen zusätzliche Ladung transportieren. Allein im Bereich Deggendorf werden bereits heute rund 3.900 Schiffsbewegungen pro Jahr registriert.

„Die Arbeiten hier haben eine hohe Bedeutung für die Schifffahrt und die langfristige Leistungsfähigkeit der Donau als Transportachse. Gleichzeitig verlangt das Bauvorhaben von uns höchste Flexibilität: Wasserstände, Strömungsverhältnisse und Wetterbedingungen bestimmen täglich neu, welche Arbeiten möglich sind. Hinzu kommen große Materialmengen und ökologische Anforderungen, die stehts mitbedacht werden müssen“, beschreibt Domarin-Bauleiter Laurian Miron die Anforderungen auf der Baustelle.

Schweres Gerät für ökologischen Wasserbau
Die Arbeiten erfolgen überwiegend direkt auf dem Wasser. Zum Einsatz kommen Stelzenpontons und GPS-gesteuerte Bagger. Mit schwerem Gerät und der Expertise der Wasserbauexperten aus Bayern entstehen entlang der Donau umfangreiche Regelungsbauwerke. Dazu zählen Kolkteilverbauten und Kolkteilverfüllungen zur Stabilisierung ausgespülter Bereiche der Flusssohle ebenso wie der Rück- und Neubau von Buhnen zur gezielten Strömungslenkung. Ergänzend entstehen zwei Parallelwerke, die künftig die Strömung entlang der Fahrrinne führen und strömungsberuhigte Bereiche schaffen. Zusätzlich werden rund 80.000 Kubikmeter Wasserbausteine profilgerecht eingebaut. Gemeinsam stabilisieren diese Maßnahmen die Flusssohle, lenken die Strömung und verbessern langfristig die Unterhaltung der Fahrrinne.

Für Bereichsleiter Jörg Hesselink zeigt das Projekt exemplarisch die Entwicklung des modernen Wasserbaus: „Der Donauausbau steht heute für weit mehr als reine Fahrrinnenvertiefung. Es geht darum, Schifffahrt, Hochwasserschutz und Ökologie in Einklang zu bringen und die Wasserstraße langfristig leistungsfähig zu gestalten.“

Neue Flussinseln und Lebensräume
Neben den wasserbaulichen Arbeiten entstehen umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen. Im aktuellen Bauabschnitt werden zwei neue Flussinseln angelegt und vier Uferrückbaubereiche geschaffen. Ergänzend dazu werden weitere flankierende Maßnahmen zur Erhöhung der Strukturvielfalt umgesetzt. Diese Strukturierungsmaßnahmen schaffen neue Lebensräume und verbessern die Gewässerökologie nachhaltig.
 
Großprojekt bis 2027
Der zweite Bauabschnitt startete im Oktober 2025 und soll bis Ende 2027 abgeschlossen werden. Mit einer Investitionssumme von rund 24 Millionen Euro zählt das Vorhaben zu den bedeutendsten Wasserbauprojekten Süddeutschlands. Auf der Baustelle arbeiten täglich rund 20 Spezialisten von Domarin. Gemeinsam gestalten sie Stück für Stück eine Donau, die künftig leistungsfähiger, sicherer und ökologisch wertvoller sein soll – und zeigen dabei täglich eindrucksvoll, wie vielschichtig moderner Wasserbau heute sein kann. 

Slide